Titel Updates vom Main Event der CAPT Graz

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17. August 2008 - jumper17 - Pokerberichte / Live Game

Gestern startete ich in das Main Event der CAPT Graz zu einem Buy-in von 2.000 Euro. Gleich zu Beginn verlor ich die Hälfte meiner Chips mit einem Paar Buben gegen ein Paar Damen. Mein Stack war also auf knapp 5.000 in Chips geschrumpft. Eigentlich keine ideale Ausgangsposition, aber wer mich kennt, weiß, dass mir das Spielen mit einem kleineren Stack durchaus liegt. Und tatsächlich, so schlecht mein Spieltag begonnnen hatte, so plötzlich begannen sich die Karten wieder zu meinen Gunsten zu drehen. Ein Spieler raist Preflop auf 350, ich bezahle dieses Raise mit Pocket 8. Der Flop kommt mit A-2-2. Mein Gegenspieler spielt halben Pot an, ich calle. Der Turn bringt tatsächlich eine 8. Mein Gegner spielt 425 an, ich raise auf 1.125, mein Gegner callt. Der River bringt die Dame, mein Gegner checkt, ich spiele 2.800 an und werde gecallt von A-K.

Nicht viel später kann ich mit A-2 verdoppeln, nach dem mein Gegner auf den Flop von 3-4-5 All-in gegangen war und ich ihn gecallt hatte. Sein Paar Buben war zu wenig und so war mein Stack wieder auf ein sehr gut spielbares Maß angewachsen.

Der Aufwärtstrend in puncto Chips erhält einen kurzen Einbruch, als ich mit A-D gegen A-K von Rino Mathis spiele. Rino hatte aus früher Position auf 1.400 geraist, ich hatte vom Button bezahlt. Der Flop brachte 2-3-10, wir beide checkten. Am Turn kam ein A, Rino checkte, ich entschied mich zu einem Bet von 2.500, Rino callte. Der River brachte mir mit einer 6 keine Hilfe. Wieder checkte Rino und ich spielte 3.200 an, Rino callte und zeigte mir A-K.

 

In Level 6 stand mir der Pokergott mal richtig zur Seite. Bei Blinds von 300/600 raist ein Spieler aus mittlerer Position auf 1.400, ich beschließe vom Button All-in zu gehen mit meinem Pocket 5 für insgesamt 6.200 und werde gecallt. Mein Gegner zeigt mir ein Paar Könige. Oje, denke ich mir, und beginne schon damit meine Sachen zu packen. Der Flop ist düster, bringt 3-4-J. Nun stehe ich schon auf, drauf vorbereitet, mich von meinen Kollegen zu verabschieden, doch es kommt ja gottseidank hin und wieder anders als man denkt. Am Turn lacht mir eine 5 entgegen, der River bringt meinem Gegner keine Hilfe und somit konnte ich mich mit einem Paar 5 gegen die Cowboys durchsetzten.

Zu einem weiteren All-in Spiel meinerseits kam es ein Level später bei Blinds 400/800. Ich raise aus früher Position mit A-K auf 2.400 und werde von einem Spieler gecallt. Der Flop ist A-K-10, ich spiele 4.200 an, mein Gegner raist auf 10.000, ich gehe für meine verbleibenden 13.000 All-in, mein Gegner callt. Am Turn kommt die 10, am River die 5 und damit hatte mein Stack zu diesem Zeitpunkt 30.000 in Chips erreicht.

Bei Blinds 600/1.200 bin ich einmal gezwungen, ein Paar 10 am Flop zu folden. UTG hatte ich Preflop auf 3.500 geraist und wurde von einem Spieler gecallt. Der Flop kommt mit 6-8-J und mein Gegner geht nun All-in, ich passe.

Dafür hole ich mir wenig später im selben Level mit einem Paar Könige aus dem Big Blind einen schönen Pot, nachdem der SB Preflop All-in geht für 16.500 und ich natürlich calle. Meine Könige halten gegen J-8 meines Gegner. Und so kam es, dass ich Tag 1 des Main Events mit 70.000 in Chips abschließen konnte. Noch sind 22 Spieler dabei, der Average liegt im Moment bei 47.700. Wie es mir am heutigen Tag 2 geht, davon werde ich euch natürlich berichte. Also, drückt mir die Daumen und bis bald.

 

Euer Markus Golser/jumper17.com

 

Titel Das Casino am Wörthersee

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22. Juli 2008 - jumper17 - Pokerberichte / Live Game

Vor zwei Tagen ist sie zu Ende gegangen, die Turnierserie an einem der schönsten Plätze in Österreich – die Casinos Austria Poker Tour in Velden am Wörthersee. Die einzigartige Mischung aus der Möglichkeit zu spielen, zu loungen, Party zu machen oder einfach nur am wunderschönen, warmen See zu liegen und die Seele baumeln zu lassen, macht dieses Turnier jedes Jahr zu etwas ganz besonderem.

 

Aber Velden überzeugt nicht nur durch seinen hohen Erholungsfaktor, sondern auch durch die Qualität der ausgetragenen Turniere, die wie jedes Jahr von Gerald Golker und Didi Printschler geleitet wurden. Und so einzigartig wie dieses Turnier, ist auch die Aussicht aus dem Turniersaal, der eine komplett verglaste Front zum See hin besitzt. Da geht einem das Spiel dann auch gleich viel leichter von der Hand, obwohl es leider für mich in diesem Jahr nicht von Erfolg gekrönt war.

 

Das Main Event startete am Samstag mit einem Buy-in von 2.000 Euro und derselben Struktur die auch bei den EPT-Events verwendet wird. Mein Starttisch war sehr tight und es gab eigentlich keinen Spieler der Druck machte. Im zweiten Level verlor ich dann einen Pot, der mich einen großen Teil meines Stacks gekostet hat und das kam so: ich limpte in mittlerer Position mit Qh-Th und spielte gegen die zwei Blinds. Der Flop brachte As-Kc-Jc, der Small Blind checkte und der Big Blind spielte 300. Ich entschloss mich dazu auf 900 zu raisen, der Small Blind passte, der Big Blind callte. Der Turn kam mit einem Jx, der Big Blind spielte 400 an und nach einiger Zeit nachdenken, entschloss ich mich dazu nur zu callen. Am River kam dann die 2x, mein Gegner machte einen Bet von 1.000, ich raiste ihn auf 2.500 woraufhin sich mein Gegner All-in stellte. Ich zögerte keine Sekunde und passte offen meine Hand. Und was für eine gute Entscheidung das war, denn mein Gegner zeigte mir daraufhin K-J, also ein Full House. Wenig später verlor ich dann noch 1.800 mit Top Pair und somit war mein Stack auf 4.000 geschrumpft. Diese 4.000 investierte ich dann mit 5-6 bei einem Squeeze Play und wurde von As-Qs gecallt. Am Flop kam gleich das Ass und damit war dieses Turnier für mich gelaufen. Es hieß also auf Wiedersehen sagen, zu einem der schönsten Pokerräume der Welt.

 

Das Gute ist nur, dass das Ausscheiden in Velden nicht so schlimm ist, denn man kann seine Zeit mit so vielen anderen schönen Dingen verbringen und so bin ich noch ein bisschen am Strand gelegen, hab geloungt und war eine Runde Bootfahren.

  

Ich möchte mich nun an dieser Stelle noch einmal für die nette Betreuung durch das Team des Casino Austria Velden bedanken. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr.

  

Bis bald

Euer Markus Golser/jumper17.com

 

Titel Nachtrag zum 50.000 Dollar H.O.R.S.E

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4. Juli 2008 - jumper17 - Pokerberichte / Live Game

Gleich mal vorweg muss ich sagen, dass ich nun zum zweiten Mal während meines Vegas-Aufenthalts krank geworden bin, diesmal allerdings so richtig. Ganze vier Tage lang, konnte und wollte ich mein Hotelzimmer nicht verlassen. Mittlerweile bin ich am Weg der Besserung – vier Fieberblasen an der Nase sind die letzte Erinnerung an diese unangenehme Zeit.  

     
 

Nun aber zum H.O.R.S.E Event. Gestartet wurde mit 100.000 in Chips, das erste Level war 300/600, Limit  600/1.200. Meine Form war zu Beginn nicht berauschend. Ich kam mal rauf auf 115.000, dann ging es wieder runter auf 90.000, dann wieder zurück auf über 100.000, also eine richtige Berg- und Talfahrt. Mein Tisch war auch nicht unbedingt das, was man sich als Poker Pro wünscht – viele sehr gute Spieler, nur hin und wieder ein Fischlein. Gegen Ende des Tages erreichte meine Form den Tiefstand und ich verlor jede Hand und musste letztlich den Tag mit 82.000 beenden. Das bereitete mir allerdings kein großes Kopfzerbrechen, da die Struktur dieses Turniers einfach fantastisch ist. Ohne Übertreibung handelt es sich um die beste Struktur die ich jemals gespielt habe.

  

So schlecht es mir an Tag 1 ging, so gut startete ich in den zweiten Tag. In nur eineinhalb Stunden konnte ich meinen Stack von 82.000 auf 160.000 aufbauen. Ich spielte fünf Hände und gewann alle fünf. Außerdem war an meinem Tisch einiges los, denn immerhin saß ich mit Altmeister Doyle Brunson und Youngstar David Benyamine an einem Tisch. Die beiden hatten einige Prop Bets am laufen. Dabei ist es das Wichtigste sich immer den Flop anzusehen bzw. beim Seven Card die ersten Karten der Gegner. David ist mal für eine Zeit lang eingeschlafen, was ihn so etwa 16k gekostet hat, aber auch der hochkonzentrierte Doyle ließ sich von Gus Hansen ablenken, was ihn mit 14k auch ganz schön teuer zu stehen kam. Diesen Las Vegas Boys wird also wirklich nie langweilig. David hat mir erzählt, dass Barry Greenstein einmal eine Prop Bet für 180k übersehen hat, das schmerzt dann schon ganz schön.

 

 

Zurück zum Spiel: nach meinem ausgezeichneten Start, war dann erst mal eine Pause angesagt und für zwei Levels übernahm ich mehr oder weniger eine Statistenrolle am Tisch. Ich bekam einfach keine Hände und kam auch nie in die Position um einen Pot zu klauen und so schrumpfte mein Stack wieder auf 110.000. Eigentlich will ich euch ja hier nicht mit Bad Beat Stories volltexten, aber von einem Pot muss ich euch einfach erzählen, denn diesen Pot hat niemand der Spieler an meinem Tisch verstanden, wahrscheinlich nicht mal der Gewinner des Pots selbst. Also, Dario Minieri war neu zu uns an den Tisch gekommen. Wir spielten gerade Hold’em Limit. Dario vergaß das Big Blind von 3.000 und passte seine Karten. Nun raiste der Spieler im Cut-off auf 6.000, dazu muss man sagen, dass sich dieser Spieler im No Limit Hold’em als sehr aggressiver Spieler erwiesen hat, der Button reraiste auf 9.000. Ich sitze im Small Blind und finde Pocket Jacks und mache daher ein Reraise auf 12.000, beide Spieler callen. Der Flop bringt 2s-7c-9s. Ich setze, der Cut off callt, der Button Spieler macht ein Raise, ich reraise und wieder callen beide Spieler. Nun kommt am Turn eine 8s. Diese Karte gefiel mir gar nicht und so war ein Anspiel für mich ausgeschlossen. Ich checke also und auch meine beiden Gegner checken. Der River bringt ein Ass, das mir allerdings keine Angst gemacht hat und so verlegte ich mich auf einen Value Bet mit der Überlegung, dass wenn jemand ein Paar getroffen hat, ich eine Auszahlung bekommen, wenn jemand einen Nuts Flush am Turn fertig hat, raiste er mich nach meinem Bet am River und ich passe. Da beide Spieler sehr aggressiv gespielt haben, fürchtete ich mich nicht wirklich vor dem Ass, da müsste jemand schon A7 – A9 oder A2 auf der Hand haben. Ein AK, AQ, AJ, AT kann man nach dieser Action zu 95 Prozent ausschließen. Nun wurde ich vom Original Raiser gecallt, der mir As-4h zeigt.  Wie kommt man bei einem 50k H.O.R.S.E Event nach der Preflop und Flop Action mit dieser Hand bis zum River? Das fragte sich jeder der Spieler am Tisch, während der Gewinner der Hand fünf Minuten lang nicht mehr an den Tisch zurück kam, um sein Erfolgserlebnis mit seinen Freunden und Bekannten zu teilen, lol. Das war meine einzige Hand die ich bekam, wenn ich im Razz oder Seven Card Stud mit 3 low Karten startete, waren die nächsten zwei Karten garantiert zwei Bilder. Und so kam es, dass ich einfach unterging, hilflos und ohne Rettungsreifen, den hatte ich nicht mit an Board. Ich musste mich als 97 Spieler von 147 aus dem Turnier verabschieden – ohne Money. Trotzdem war es eine schöne Erfahrung das Turnier gespielt zu haben. Gratulation auch an den Gewinner Scotty Nguyen.

 

 

Ich kuriere mich nun für das Main Event aus, aber an welchem Tag ich spiele, habe ich noch nicht entschieden. Ich werde euch natürlich so bald wie möglich davon berichten. 

 

Bis bald

Euer Markus Golser/jumper17.com 


 
 

Titel Auf ein Maß Bier

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24. Juni 2008 - jumper17 - Pokerberichte / Live Game

Hier meine Updates vom Pot Limit Omaha Turnier zu einem Buy-in von 1.500 Dollar unlimited Rebuys: begonnen wurde mit einem Startstack von 3.000 in Chips, da ich mich aber gleich mit 3.000 Dollar eingekauft habe, bekam ich 6.000 Chips. Und es ging auch gut los für mich. Nach nur etwa zehn Minuten hatte ich meinen Stack bereits verdoppelt. Mein Tisch war sehr angenehm zu spielen. Der einzig wirklich gefährliche Spieler am Tisch war zu diesem Zeitpunkt Jeff Madsen, Player of the year 2006.

 

In diesen Rebuy-Turnieren ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, in der Rebuy-Phase viele Chips zu machen, da es sonst wirklich schwierig wird, in die vorderen Ränge zu kommen. Ohne große Ereignisse baute ich also meinen Stack bis zum Ende der Rebuy-Phase auf 33.000 auf und das mit nur 6.000 Investment. Im Vergleich dazu: Phil Ivey hatte einen Stack von 90k, allerdings mit insgesamt 13 Rebuys. Übrigens wir Ivey in diesem Jahr vielleicht aufs Oktoberfest kommen.

 

Nachdem unser Tisch gebrochen wurde, durfte ich fünf Hände an einem Tisch mit dem Devilfish und Katja Thater spielen. Doch schon bald kam ich wieder an einen anderen Tisch und der war um einiges härter zu spielen: große Stacks und Namen wie Johnny Chan und High Stakes PLO Spieler tsarrast. Zu meiner Linken saß einer der Chipleader des Turniers, der, wie alle Chipleader in einem PLO Turnier, alle Preflop Raises in Position callte. Immer noch 200 Spieler waren zu diesem Zeitpunkt im Turnier. Dann kam es zu folgender Hand: ich raise im cut-off mit 5s-7s-8d-10d, ein Limper und der Button callen. Der Flop bringt Ks-6s-8c, wir checken. Der Turn kommt mit einer 9. Nun spielt der UTG fast Pot, ich raise den Pot, worauf der UTG All-in geht. Ich beschließe zu callen und mein Gegner zeigt mir Ac-Kc-Qc-8h, also zwei Paare mit Nuts Flush Draw. Am River kommt leider sein Flush und ich verliere 80 Prozent meines Stacks. In der nächsten Hand bekomme ich 3c-4c-6h-7h. Der Flop kommt mit 3d-3x-8x und wir sind zu dritt im Pot, alle checken. Am Turn kommt der Kd, der Spieler in erster Position spielt etwa 80 Prozent des Pots an und ich entschliesse mich dazu, mit meinem small Stack All-in zu gehen und werde von 8-8 gecallt. Damit war nach sechs Stunden Spielzeit auch mein zweites PLO Turnier erledigt.

 

Nach meinem Ausscheiden ging ich in mein Hotel, holte meine Freundin und unseren gemeinsamen Sohn ab, um Abendessen zu gehen und was glaubt ihr, wem ich begegnet bin? Phil Ivey! Wir unterhielten uns über das Turnier und natürlich konnte ich mir die Frage nicht verkneifen, was er denn mit seinem riesigen Stack angestellt hätte. Darauf meinte Phil: "OH MAN, you know when you play bad?" "Ja", sagte ich, "das kennt jeder von uns. Ab und zu kann man nichts dagegen tun." Ehrlich gesagt, bin ich der Meinung, dass Phil einem Bracelet nachläuft. Er hat ja viele Side-Wetten laufen, die sich mit Sicherheit im Millionen Dollarbereich bewegen. Zum Beispiel hat er mit mehreren Spielern eine Wette laufen, dass er bei dieser WSOP ein Bracelet machen wird, für eine 1-2 Quote. Ich bin der Meinung, dass Phils Spiel durch diese Wette beeinträchtigt wird. Jetzt sind immerhin schon mehr als die Hälfte aller Turniere vorbei und dann spielt Phil ja auch das 50k H.O.R.S.E Event, wodurch er einige andere Turnier versäumen wird. Ich wünsche ihm auf jeden Fall alles Gute für die restliche WSOP und ich freue mich schon darauf mit ihm ein Maß Bier zu trinken.

 

Bis bald

Euer Markus Golser/jumper17.com 

Titel H.O.R.S.E USD 3.000

geschrieben am

12. Juni 2008 - jumper17 - Pokerberichte / Live Game

Ein kurzes Update:

 

Habe Tag 2 erreicht; von 414 Spielern sind noch ca. 140 übrig; Schnitt 18.000; mein Chipstand 30.100

 

Morgen gibts mehr!

 

 

Euer Markus Golser/jumper17.com

Titel Relaxt und ausgeglichen?

geschrieben am

11. Juni 2008 - jumper17 - Pokerberichte / Live Game

Gestern habe ich beschlossen, mal wieder einen turnierfreien Tag einzulegen, habe ausgeschlafen, mir ein Essen aufs Zimmer kommen lassen und ein bisschen ferngesehen. Als ich dann gegen 24 Uhr meinen Computer eingeschalten habe, um zu sehen, was Online so los ist, sehe ich „LadyMarmelade“, den größten Pot Limit Omaha Verlierer in diesem Jahr. So eine Chance kann man sich nicht entgehen lassen. Ich habe mich also in diese Partie gesetzt, ohne darüber nachzudenken, was ich am nächsten Tag geplant habe.

Gerade mal fünfzehn Minuten später, hatte ich schon drei Buy-ins verloren gegen drei und vier Outs. Letztendlich bin ich bis 5 Uhr morgens vor meinem Laptop gesessen und habe dann mit einem kleinen Plus aufgehört und bin gleich schlafen gegangen. Den Wecker habe ich zwar auf zehn Uhr gestellt, hab es aber einfach nicht geschafft nach dieser durchspielten Nacht aufzustehen. Aufgestanden bin ich dann um 12:15 und keine Stunde später saß ich schon im Pot Limit Omaha Turnier für 1.500 Dollar.

 

Gleich zu Anfang konnte ich mich verdoppeln und meinen Stack weiter ausbauen. Bei einem Schnitt von 6.000 hatte ich zu diesem Zeitpunkt etwa 10.000 in Chips. Dann kamen allerdings zwei Pötte die ich nicht gewinnen konnte, in denen ich Asse mit einem Suit in meiner Hand hielt, was mich etwa 8.000 gekostet hat. Kurz darauf bin ich mit einer 15 Outs Drawing Hand All-in gegangen, habe nicht gekauft und damit war mein erster PLO-Auftritt in Vegas auch schon wieder Geschichte.

Mittlerweile hatte auch das Limit Hold’em Turnier zu 2.000 Dollar begonnen. Kurz habe ich überlegt, ob ich mich überhaupt einkaufen soll, da ich die Nachwehen der letzten Nacht noch spürte, aber was soll’s – auf ging es zur „Registration“ und in ein neues Turnier.

Ich muss ehrlich sagen, dass es besser gewesen wäre, ich hätte dieses Turnier ausgelassen und mich für das 3.000 Dollar H.O.R.S.E Turnier am nächsten Tag auskuriert, denn nach etwa 3 ½ Stunden war auch dieses Turnier für mich gelaufen, ohne das ich auch nur einen einzigen Pot gewonnen hatte.

 

Ich machte mich also auf in mein Hotel und in meinem Kopf schwirrte die Erkenntnis, dass man ohne Schlaf nur sehr schwer ein Turnier spielen kann, denn wäre ich im Turnier geblieben, hätte ich ja locker zwölf Stunden spielen müssen, und das ist kein Klax. Deshalb ein kleiner Tipp an alle meine lieben Leser: solltet ihr vorhaben mal nach Vegas zur WSOP zu fliegen, geht es relaxt und ausgeglichen an, denn sonst hat das Ganze nur wenig Sinn. In diesem Sinne, werde ich mich jetzt mal ausruhen, für das morgige H.O.R.S.E Event, und euch natürlich danach wieder Bericht erstatten, wie es für mich gelaufen ist.

 

 

Euer Markus Golser/jumper17.com

     

Titel Mein WSOP-Finaltisch

geschrieben am

10. Juni 2008 - jumper17 - Pokerberichte / Live Game

Gleich vorweg: es hat leider nicht ganz für ein Bracelet gereicht, leider. Aber ich war nicht weit davon entfernt mein erstes zu erspielen. Und das kam so: ich nahm an Event#12 teil, einem 1.500 Dollar Limit Hold’em Turnier, für das sich 883 Spieler eingekauft hatten.

 

Mein erster Tag lief nicht besonders gut, ich wurde von Bad Beats geradezu überhäuft. Viermal habe ich an diesem Tag gegen zwei Outs verloren und zweimal gegen vier Outs und als ob das nicht schon genug wäre, habe ich zwei Level vor Schluss auch noch meine Pocket Rockets verloren. Also von Spielglück keine Spur.

Trotzdem habe ich es geschafft, den ersten Tag mit etwa durchschnittlichem Stack zu beenden, was wohl auch daran lag, dass an diesem Turnier eine Menge schlechterer Spieler teilgenommen haben und das wiederum lag an dem, vergleichsweise niedrigen Buy-in von 1.500 Dollar. Viele deutschsprachige Spieler sind der Meinung, dass man in den Turnieren mit großem Buy-in und kleinerer Teilnehmerzahl leichter an ein Bracelet kommt. Ich hingegen sehe das anders, denn bei diesen Turnieren spielt man nur gegen die besten und erfolgreichsten Spieler, während bei Turnieren mit kleinerem Buy-in meiner Ansicht nach sehr viel totes Geld liegt…

 

Aber zurück zu Tag 2 meines Turniers. Die Tischauslosung hatte es nicht besonders gut mit mir gemeint und so saß neben einigen erfolgreichen Spielern unter anderem auch Erick Lindgren an meinem Tisch. Jeder der Spieler an diesem Tisch wünschte sich, dass der Tisch bald aufgelöst wird, oder den ersten Platzwechsel zu bekommen. War also zwar der Tisch nicht so besonders, so blieben mir dafür die Bad Beats erspart und ich konnte meinen Stack trotz des schweren Tisches konstant aufbauen. Nebenbei hatte ich die Möglichkeit Erick Lindgren ein bisschen näher kennen zu lernen. Er ist wirklich ein sehr sympathischer Typ, der sehr normal geblieben ist und immer für ein Späßchen zu haben.

Tag 2 konnte ich mit einem überdurchschnittlichen Chipcount beenden, doch an Tag 3 ging alles gleich mal richtig grausam los. Im Blindbattle raise ich vom Small Blind mit einem Paar Zehner und werde vom Big Blind gecallt. Der Flop kommt auf mit Ac-Ts-3h, ich spiele an und bekomme ein Raise. Ich mache daraufhin ein Reraise und werde gecallt. Am Turn kommt der Herzkönig, ich mache einen Bet, bekomme wieder ein Raise, reraise und werde noch mal geraist. Da die Blinds zu diesem Zeitpunkt schon so hoch waren, habe ich nicht noch einmal zurückgeraist. Mir war klar, dass ich weder gegen ein Set Asse noch gegen ein Set Könige spiele, also konnte mein Gegner entweder ein Set Dreier haben, oder aber tatsächlich die Straße. Da mein Chipcount, wie gesagt, kein Reraise mehr zuließ, habe ich mich also zu einem Call entschlossen. Am River kommt die Sieben, ich checke, calle und verliere gegen J-Q. Kein schöner Start für mich in diesen dritten Spieltag, aber ich behielt die Nerven und spielte, meiner Meinung nach sehr gut, machte gute Calls und baute meinen Stack wieder auf. Und dann kam die Revanche: eben jener Spieler, gegen den ich zuvor verloren hatte, raist UTG, alle passen bis zu mir und ich calle vom Big Blind mit 9-9. Der Flop bringt A-9-8, wir checken beide, der Turn bringt eine Dame. Nun checkraise ich meinen Gegenspieler und er callt. Am River kommt eine Vier, ich mache einen Bet, mein Gegenspieler raist mich und ich erinnere mich in dem Moment an das Spiel zuvor und verzichte auf ein Reraise, da ich es in einem Limit Turnier bevorzuge, einen Bet weniger zu bekommen, als zwei Bets zu verlieren. In diesem Fall allerdings hätte ich noch einen Bet herausholen können, da mein Gegner ein Paar 8 in der Hand hielt.

 

Langsam wurden die Spieler im Turnier immer weniger und weniger und dann war es soweit – nach sieben Jahren machte ich endlich wieder einen Finaltisch bei der WSOP. Ich hatte mein Ziel erreicht. Für mich zählte von diesem Moment an keine Platzierung mehr, ich wollte einfach dieses Bracelet gewinnen!

Erick Lindgren war der erste Spieler, der den Finaltisch verlassen musste. Er war sehr short und hat mit 9-7 gegen meine Könige verloren. Danach war es aber auch mit meinem Spiel vorbei. Ich habe alle meine Spiele verloren, hatte einfach keine Chance mehr und da war ich plötzlich der short Stack am Tisch. Trotzdem habe ich weitergekämpft, mich Runde um Runde durchgeschlagen, aber die Blinds wurden unerbittlich höher und dann kam es zu folgender Situation: der, zu diesem Zeitpunkt aggressivste Spieler am Finaltisch raist in UTG+2 bei Blinds 8k/15k auf 30k. Ich halte K-J und gehe mit 19k All-in, der Big Blind callt. Damit gibt es einen Side-Pot von 22k. Der Flop bringt Q-3-5, beide Spieler checken. Am Turn kommt die 10c und damit meine Hoffnung zurück, dass ich diese Hand noch gewinnen könnte. Wieder checken beide Spieler. Am River pairt sich die 3, der erste Spieler checkt und der aggressive Spieler macht einen Bet. Der Big Blind foldet und ich bin vorsichtshalber schon mal aufgestanden. Als mein Gegenspieler die Karten öffnet, habe ich dann jedoch wieder Platz genommen, denn er zeigte mir 7-8s, und damit hat mein König hoch ausgereicht. Der Spieler im BB hat dann gemeint, dass er A-J gepasst hat. Sollte das stimmen, habe ich echt Glück gehabt, denn dieser Move brachte mich um zwei Plätze weiter nach vorne.

Ich bin diese Situation im Nachhinein noch ein paar Mal im Kopf durchgegangen. Ist es besser einen Sidepot von 22k zu gewinnen, oder einen guten Spieler aus dem Turnier zu nehmen? Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es besser ist, einen guten Spieler vom Tisch zu nehmen, vor allem in dem Fall des aggressiven Spielers, denn die 22k waren gerade mal 6 Prozent seines Stacks.

 

Zurück zum Turnier. Ich gewann also den Main Pot von 60k und konnte meinen Stack wieder auf 200k aufbauen. Nachdem zwei weitere Spieler ausgeschieden waren, hatte ich die zwei short Stacks an meiner rechten Seite und den big Stack zu meiner Linken. Ich spielte dann ein Spiel mit Q-9, bei einem Flop von 5-8-Q und verlor gegen Q-J.

Mein All-in Spiel war nicht besonders spektakulär. Ich musste mich schlussendlich mit A-J gegen 9-7 geschlagen geben.

 

Im Großen und Ganzen bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden, aber es ist ja kein großes Geheimnis, dass jeder Pokerspieler nach dem Ausscheiden mit seiner Platzierung nicht so richtig glücklich ist, außer man geht als Sieger vom Tisch. Was wirklich zählt, ist eben der erste Platz, speziell bei der WSOP, wo es ja auch noch um ein Bracelet geht. Trotzdem sehe ich meine Platzierung sehr positiv und dieser Finaltisch wird mir für die restliche WSOP sehr viel Kraft geben. Morgen geht’s dann mit einem 1.500 Dollar Pot Limit Omaha Turnier weiter.

 

Ich hoffe, dass ich euch bald wieder Positives über mich berichten kann. Bis dahin wünsche ich euch allen alles Gute.

 

Euer Markus Golser/jumper17.com

Titel Trips do exist

geschrieben am

4. Juni 2008 - jumper17 - Pokerberichte / Live Game

Hier meine Updates vom 5.000 Dollar Buy-in mixed Hold’em Turnier: Das Teilnehmerfeld war mit 352 wieder gut besetzt und durch die Bank sehr stark. Dementsprechend war auch mein Tisch sehr schwer zu spielen. Ich kam nie richtig an Chips, war aber auch nie wirklich in Bedrängnis.

Gestern Abend habe ich ein bisschen mit meinem Freund und Teamkollegen von Full Tilt Markus Lehmann gesprochen und der hat gemeint, er spielt nach der Devise: Trips don’t exist. Da habe ich mir gedacht, das übernehme ich jetzt mal für mein Turnier, aber leider muss ich sagen, dass mein lieber Freund Markus mit seiner Devise ziemlich daneben gelegen ist, was mein Turnier anbelangt. Ich sollte es ja eigentlich auch besser wissen. Naja, jedenfalls wurde ich in diesem Turnier gleich zweimal eines Besseren belehrt.

 

In der ersten Hand hatte ich A-Ks, am Flop kam A-A-6, der Turn brachte eine 7, der River eine Dame. Gespielt habe ich in dieser Hand gegen 6-6…

Dann in der zweiten Hand hielt ich K-5s, der Flop kam mit 2-5-T, mein Gegner spielte in einen 1.500 Pot 1.100 an, ich callte. Am Turn kam der König, ich checkte, mein Gegner setzte 2.500 in Chips und ich raiste auf 6.000. Mein Raise wurde von einem All-in seinerseits beantwortet für etwa 9.000, was ich bezahlte. Was hielt mein Gegner? Natürlich ein Paar Zehner. Soviel also zum Thema „Trips don’t exist“. Bei einem Feld von 150 Spielern musste ich dann meinen Platz im Turnier räumen.

 

Heute mache ich eine Spielpause, obwohl eigentlich zwei interessante Turniere am Programm stehen. Ein No Limit Hold’em 1.000 Dollar Turnier mit Rebuys und ein Omaha Hi/Lo 1.500 Dollar Buy-in. Morgen gibt’s dann das 10.000 Dollar H.O.R.S.E Event, das zu einem meiner Lieblingsevents zählt. Im letzten Jahr bin ich als 26., also zwei Plätze vor dem Geld ausgeschieden. Das will ich natürlich heuer besser machen. Allerdings wird das bei meiner momentanen Kartenkonstellation nicht so leicht. Da kann ich nur mit meiner guten Einstellung in das Turnier gehen und hoffen, dass sich das Blatt mal für mich dreht. Und wenn das der Fall sein sollte, bin ich richtig heiß und dann heißt es Anhalten für meine Gegenspieler.

 

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Bis bald

Euer Markus Golser/jumper17.com

 

Hi, mein Name ist Markus Golser. Ich bin 34 Jahre alt und lebe in Salzburg/Austria. Schon in jungen Jahren drehte sich bei mir viel um das Spielen. In meiner damaligen Gemeinschaft